Produktrückruf! Super-GAU…

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) gibt wertvolle Hinweise:

„Wie die Kosten von Produktrückrufen versichert werden können

Für Samsung ist es der Super-GAU: Der Konzern nimmt sein Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 komplett vom Markt. Beim Aufladen der Akkus hatten einige Geräte Feuer gefangen oder waren explodiert. Anfang September hatte der südkoreanische Handy-Weltmarktführer eine weltweite Umtauschaktion für rund 2,5 Millionen Geräte gestartet. Aber auch bei umgetauschten Smartphones gab es Probleme, so dass der Konzern nun die Reißleine zieht. GDV.DE erklärt, wie Unternehmen die Folgen von Rückrufaktionen absichern können.

In Deutschland können sich Unternehmen mit einer Rückrufkosten- und Produkthaftpflichtversicherung gegen die finanziellen Risiken von Produktrückrufen versichern.

Eigene Schäden versichern
Die Rückrufkostenversicherung kommt für Vermögensschäden auf, die beispielsweise durch die Überprüfung des Produkts, die Benachrichtigung von Händlern oder Endverbrauchern oder die Rückführung entstehen. Aber auch die Kosten für eine Vor-Ort-Reparatur, den Austausch, die Beseitigung und die Vernichtung gefährlicher Produkte können mitversichert werden. Zudem übernimmt die Versicherung die Kosten für Aufrufe und Warnhinweise in den Medien und die Kontrolle von Ablauf und Erfolg der Rückrufaktion.
Der Versicherungsschutz greift dann, wenn der Produktrückruf der Vermeidung von Personenschäden dient. Außerdem muss er behördlich angeordnet worden sein oder sich beispielsweise durch die Beobachtungspflicht des Produktes durch den Hersteller ergeben.

Fremde Schäden versichern

Die Produkthaftpflichtversicherung wird als Zusatzdeckung zur Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen. Sie kommt für Schäden auf, die Dritten durch das fehlerhafte Produkt entstehen. Sie übernimmt beispielsweise die Kosten zur Abwehr unberechtigter Ansprüche, zur Klärung der Haftungsfrage und kommt für die Entschädigung von berechtigten Haftpflichtansprüchen auf.
Absatzeinbrüche durch nicht verkaufte Geräte, Imageschäden oder Produktionsausfälle gehören hingegen zum unternehmerischen Risiko. Diese Schäden sind in der Regel nicht versichert, können aber über Spezialprodukte, beispielsweise durch eine Bilanzschutzversicherung, abgedeckt werden. „

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